Laterne

Wir begegnen uns an der Haustür: Nachbarin, Nachbarskind und ich. Vom Martinszug kommen sie, wie die Kleine sofort berichtet. Und nur kurz Luft holt, um mir alles Wichtige zu erzählen: Vom Martin auf dem Pferd, dem großen Feuer und den Liedern. Und natürlich vom Weckmann, den ihre Mutter extra aus der Tasche holen muss, damit ich ihn anschauen kann. Angeleuchtet vom Licht der selbst gebastelten Laterne.

Weil anderes Licht strengstens verboten ist. Vor allem im Hausflur. Auch, wenn wir für einen Moment stehen bleiben müssen, uns orientieren. Und entdecken, dass alles ganz anders aussieht. Wände, Treppenstufen, Briefkästen. Der Raum so viel größer und undurchdringlicher, dass wir flüstern. Uns Schattenfiguren zeigen, kleine Feen, freundliche Gespenster.

Und dann tastend losgehen, eine kleine Lotsin an der Spitze, die uns Stufe für Stufe ins richtige Stockwerk führt.

 

 

 

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