Französinnen

Mit der Deutschen Bahn fahren wir zurück von einem Wochenende in der alten Heimat. Voll mit wunderschönen Eindrücken. Friedlich döst der Mann, den ich liebe. Ich schaue aus dem Fenster auf romantische Rheinlandschaft. Perfekt dazu: vier jugendliche Französinnen auf der anderen Seite des Gangs. Aufgeregte Gespräche und Kichern in einer Sprache, die ein Gefühl hochzaubert von einem schönen Urlaub in der Provence.

Bis zum ungeplanten Halt im Bonner Bahnhof, wo wir einen durchfahrenden ICE durchlassen müssen. So zumindest der Zugbegleiter, leider nur auf Deutsch. Unruhe bei den Nachbarinnen. Nett gemeint übersetze ich und ernte kurz dankbare Lächeln. Dann Erschrecken, Stille. Und hektisches Getuschel. Weil ich französisch kann. Verstehen könnte, vielleicht zu viel verstanden habe.

Also nur noch flüstern. Kaum mehr Kichern. Selbst der Mann, den ich liebe, wacht auf davon. Zum Glück fährt der Zug wieder an, lässt uns wenig später in Köln raus. „Au revoir!“, lächle ich zum Abschied. Und höre, wie sie erleichtert wieder loslegen.

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