Ihr Kinderlein kommet

Besuch von Freunden, zufällig im Advent. Also auch Plätzchen und Glühwein zu Käse und Chips. Ansonsten ist alles wie immer: Quatschen, ein bisschen Lästern, Lachen. Bis zur kleinen Gesprächspause, in der die beiden erst sich anschauen, dann uns. Mit breitem Grinsen im Gesicht. Und dann in ihrem großen Rucksack wühlen, über den ich mich schon bei der Begrüßung gewundert habe.

„Beim Kelleraufräumen gefunden“, sagt er stolz und zaubert eine Blockflöte auf den Tisch. „Und festgestellt, dass wir’s noch können“, strahlt sie, platziert eine zweite daneben. „Und weil du doch als Kind im Flötenkreis warst…“

Erst Schweigen, dann wieder breites Grinsen. Jetzt auch vom Mann, den ich liebe. Widerstand zwecklos und schon zwei Glühwein im Bauch. Also sitzen wir kurz später vor „Ihr Kinderlein kommet“ in einem vergilbten Flötenbüchlein. Dreistimmig gesetzt, aber überraschend leicht. Zumindest so lange, bis ich von den Noten aufschaue. In ein Gesicht, das sich vor Lachen nicht mehr halten kann. Und wir zu Dritt losprusten in quietschende Flöten hinein.

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