Auf den Abend

Urlaubsabend auf dem Dorfplatz. Wein, gutes Essen, Sprachengewirr. Und ein kleiner Hund, der sich von Tisch zu Tisch arbeitet. Mit schief gelegtem Kopf und wedelndem Schwanz. Natürlich erfolgreich. Gefüttert von Gästen, getätschelt von Kellnern.

Bis ihn ein flanierendes Touristenpaar entdeckt. Feststellt, dass er zu keinem der Gäste gehört. Und sofort Hilfe anbietet. Mit Rufen und Lockgeräuschen, hingestreckten Handflächen.

Der Hund kommt nicht. Wartet ein letztes Streicheln ab und verschwindet unterm Tisch. Und ist nicht mehr da, als das Paar dort sucht. Unter keinem Tisch, nicht am Brunnen in der Platzmitte, unter keinem Baum.

Also flaniert das Paar davon Richtung Kirchberg, dem schönen Ausblick. „Auf den Abend“, prostet der Mann, den ich liebe. Und kann gerade noch fertig schlucken, bevor er laut loslacht. Am Nachbartisch der kleine Hund mit schief gelegtem Kopf und wedelndem Schwanz.

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