… vielleicht was für Ostern?

Kein Eiersuchen im Garten, kein gemeinsamer Kaffeeklatsch und auch die Osterspaziergänge fallen dieses Jahr wahrscheinlich anders aus.

Vielleicht braucht noch jemand ein Geschenk, das man gut per Post verschicken kann? Zum Beispiel Karten mit Montagsgeschichten? Oder die Box “Wow, Du!” mit 31 Fragen, die den Blick auf das Schöne lenken? Oder 31 Anregungen in der Box “Heute mal!”, um – auch in Zeiten von Corona – den Alltag und das Leben mal ganz anders zu entdecken?

Gerne schicke ich alles auch direkt an die Empfänger. Dann sind die Geschenke Ostern auf jeden Fall bei den Richtigen!

Bestellen könnt Ihr hier:

https://www.carolindoermbach.de/meine-angebote/publikationen



Ampelgeschichten

Unterwegs mit dem Rad auf einer dieser Kölner Straßen mit roter Welle. Alle paar Minuten anhalten, warten, wieder aufsitzen. Gerne in einem Pulk von Radfahrern, der jedes Mal neu die Startpositionen aushandeln muss.

Heute zum Glück nur zwei Mädels mit mir unterwegs. Immer erst ein paar Momente hinter mir an den Ampeln. Weil die eine während des Radelns wichtiges zu erzählen hat. Vom gestrigen Date mit Jan. Scheinbar sehr schön, wie ihre Stimme klingt. Dann springt die Ampel auf Grün.

Zum Glück höre ich sie an der nächsten wieder. Und zum Glück hat Jan noch auf dem Heimweg geschrieben. Worauf sie lange an einer Antwort überlegt hat. Erfolgreich, weil Jan schnell und toll geantwortet hat. Mit einem spektakulären Vorschlag, für den sie erst Luft holen muss.

Es wieder grün wird. Und ich leider nach rechts abbiegen muss.

Nachbarn

Seit Corona haben wir einen neuen Termin: Abends um neun klatschen wir am Fenster mit den Nachbarn. Für alle, die jetzt ganz besonders für uns und die Gesellschaft arbeiten: im Krankenhaus, an den Supermarktkassen, bei Polizei, Feuerwehr und anderswo. Und weil wir in Köln wohnen, haben danach vor ein paar Tagen Nachbarn mit Trompete, Gitarre und Klavier den Klassiker „In unserm Veedel“ von den Bläck Fööss angestimmt.

Ein Lied, das wir natürlich sofort mitgesungen haben – laut und voller Begeisterung. So laut und begeistert, dass es wohl auf die andere Straßenseite rüber klang, eine Nachbarin beim atmosphärischen Schwenk mit ihrer Handykamera bei uns hängen blieb.

„Hast du das gefilmt?“, habe ich nach dem Singen rüber gerufen. „Soll ich Euch das schicken?“, antwortete sie. Las kurz später meine Nummer von einer großen Pappe ab, die wir kreativ anleuchteten, schickte das Video. Und winkt uns jetzt jeden Abend zu, wenn wir ans Fenster kommen, zusammen klatschen.

Kreisel

Wiedermal in Porto, diesmal mit meiner Mutter. Die natürlich mit muss in die spektakulären Markthallen. Den bunten Ständen mit heimischem Obst und Gemüse. Getrockneten Fischen, selbst gemachten Marmeladen, Krimskrams aus Kork und Selbstgestricktem. Dazwischen Spielzeug, an dem wir erst vorbei gehen wollen.

Bis sich der Verkäufer einschaltet. Seine Kreisel anpreist. Besondere Kreisel, bei denen man beherzt eine Schnur ziehen und den Kreisel auf den Boden krachen lassen muss. Wo er sofort rotiert, ein schönes verwischtes Muster auf der Oberfläche. „Auch mal?“, fragt er in schwer verständlichem Englisch. Und hält meiner Mutter einen Kreisel hin.

Die lacht und macht. Zieht fest an der Schnur. Lässt den Kreisel aufknallen. Und schaut fasziniert dem Drehen zu. Lachend. Nimmt den ruhenden Kreisel auf, lässt sich mit der Schnur helfen und legt gleich noch einmal los. Und noch einmal. Um uns herum Menschen, die stehen bleiben. Zuschauen. Mit schweren Einkaufstüten in den Händen.

Darf ich bitten?

Urlaub in der Normandie mit dem Mann, den ich liebe. Und weil es dort so schön sein soll, machen wir einen Tagesausflug nach Trouville. Bestaunen Strand, Gassen und wieder Meer und Strand. Pünktlich zum Abendsonnenschein, der Häuser und Sand in dieses wunderschöne Licht taucht.

Versonnen schlendern wir barfuß durch den Sand. Vorbei an Familien, die ihre Sachen zusammen packen. Vorbei an Rentnern, die ihre Gesichter noch ein paar Momente lang in die Wärme halten. Und vorbei am Café, auf dessen Terrasse gerade eine Band mit dem ersten Lied loslegt. Eine Rumba, passend zu Chillout und Sundowner.

„Darf ich bitten?“, lächelt der Mann, den ich liebe und legt Rucksack und Schuhe in den Sand.